Samstag, 23. September 2017

Wiederbesucht: Osteria 80fame, Golino

Osteria 80fame, Golino

Osteria 80fame, 6656 Golino
Tel. 091 780 04 05 oder mobil 079 400 75 90
geöffnet: Dienstag bis Freitag, aber nur abends
Samstag und Sonntag mittags und abends geöffnet

Nachdem wir bei unserem ersten Besuch in dieser sympathischen kleinen Osteria schon so begeistert waren, mussten wir da unbedingt wieder hin, zumal auch die beim letzten Mal gekauften Oliven und Pasta schon aufgebraucht waren.

Zum Aperitif knusprige Brushette, mit der köstlichen Gemüsecreme, die es hier ebenfalls zu kaufen gibt:


Anschliessend für den Signore - wie könnte es anders sein: Vitello Tonnato


Für die Signora köstliche cremige Spinatsuppe mit Croutons


Es geht weiter für Gerhard mit Ossobuco, serviert auf seinen besonderen Wunsch mit Pasta anstelle von Polenta


und für mich - wenn immer ich auf der Karte Tintenfisch entdecke, muss ich ihn bestellen, hier als gefüllte Tuben serviert - wunderbar - würzig - in der Küche steht eine Künstlerin






hier schaut sie gerade aus dem geöffneten Fenster ihrer kleinen Küche heraus.

Wir waren mal wieder aufs höchste zufrieden und wurden zum Abschluss noch von Antonio reich beschenkt: 2 Flaschen Tomatensugo - von seiner Mama selbst eingemacht! Eine grosse Ehre! Ich werde damit etwas ganz besonderes zaubern

Hier (klick) geht es zum Bericht unseres ersten Besuches in dieser wunderbaren Osteria.










Donnerstag, 21. September 2017

Osteria Boato, Brissago

Osteria Boato, Viale Lungolago, 6614 Brissago
täglich mittags und abends geöffnet
bis einschliesslich 20. Oktober 2017 geöffnet, danach kommt eine laaange Winterpause



Es ist mittlerweile bekannt, dass es ein bisschen Überredungskunst und Zeit braucht, bis ich den Signore zum Besuch eines neuen Ristorante überreden kann. Sollte es sich bei der von mir auserwählten Lokalität auch noch um eine Osteria handeln, deren Schwerpunkt eindeutig auf Fisch liegt, grenzt dies fast ans Unmögliche. 

Doch bei der relativ späten Anreise gestern Abend wird Gerhard noch im Ristorante Al Portico (klick hier) mit einem von ihm heissgeliebten Cordon Bleu beglückt - das hält offensichtlich noch bis heute Morgen vor. So nutze ich geschickt meine Chance und überrede meinen noch wunderbar gesättigten Signore zum Besuch in der Osteria Boato, die ich schon seit Jahren auf meiner Wunschliste habe.



Herrlich gelegen am Lungolago von Brissago, das Wetter spielt schon mal mit, was soll da noch schiefgehen? Der Empfang ist freundlich, der Prosecco schmeckt wunderbar und dann entdeckt er auch noch am Nachbartisch ein frisch gezapftes Pils einer seiner Lieblingsproduzenten aus der Süd-Eifel (pssst: es handelt sich um - ja, wie soll es anders sein: Bi...t...burg...).

Die Spezialität dieser Osteria sind eindeutig Gerichte mit und um Fisch, ob aus dem See oder Meer, alles auf der Speisekarte liest sich interessant und mundwässernd.

Im Tessin gibt es gerade Steinpilze im Überfluss, also, dann muss Steinpilzsuppe für den Signore her:



Dann leiste ich ihm "Suppen-Gesellschaft" und esse die "kleine" Fischsuppe - kööööstlich, Vongole, Cozze und Fischfilets, knusprig gebackenes Valle Maggia Brot, mir hätten höchstens noch etwas Rouille und/oder Käse gefehlt, aber ich bin ja hier im Tessin und nicht in Südfrankreich ...




Anschliessend wird uns die Wahl nicht leicht gemacht: Wie sollen wir auch entscheiden zwischen Wolfsbarsch, Seezunge und... und... in der Salzkruste oder auch auf mediterrane Art, oder doch lieber Saibling? Welchen Zander oder doch besser das Fritto misto del Lago Maggiore?

Um dem Signore die Wahl noch zusätzlich zu erschweren, haben gerade die Wildwochen begonnen, vielleicht sollte er die Pasta mit dem Wildschweinragout nehmen? 

Gerhard überlegt, ob er vielleicht doch lieber die Entenbrust, die als Tagesempfehlung angeboten wird, wählen soll:




Zwischenzeitlich bekommen wir lieben Besuch am Tisch:



Entenbrust gestrichen - da erhebe ich Einspruch - wir wollen den Koch nicht in Versuchung führen. Also gut, dann doch für den Signore die gebratene Seezunge - eine gute Wahl, wie sich herausstellt:



serviert mit Rosmarin-Kartoffeln und Gemüse und für mich
Calamari Fritti - da kann ich nicht widerstehen - und die haben wirklich grandios geschmeckt - knusprig und gleichzeitig zart - kein Vergleich zu den sonst angebotenen "Gummiringen" als Tiefkühlware. Schaut auch diese kleinen knusprigen Dinger an:



Ich brauche dann weder Reis noch Sauce Tartare - lediglich Zitronensaft und vielleicht ein bisschen Rosé?

Jaaa, Gran Rosé von Guido Brivio hat wunderbar gepasst.

Für Gerhard dann noch ein Traubensorbet mit Grappa:



und für mich - wie könnte es anders sein:



Mein Fazit: ich muss da ganz schnell wieder hin und Gerhard kommt freiwillig mit dem grössten Vergnügen mit.


Samstag, 16. September 2017

Wiederbesucht: Ristorante Tre Terre, Ponte Brolla

Ristorante Tre Terre, Via Vecchia Stazione 2, 6652 Ponte Brolla
Tel. 091 743 22 22
Ruhetage: Dienstag und Mittwoch

Im Volksmund nennt man die Gemeinden Tegna, Verscio und Cavigliano eingangs des Valle Maggia bzw. eingangs des Centovalli "Tre Terre" - "Drei Länder" und genauso wurde das ehemalige Ristorante Mamma Mia in Ponte Brolla auch benannt. 

Bereits seit 2011 haben Loredana und Marco Meneganti das Albergo Ristorante Tre Terre übernommen und seitdem wollten wir immer schon mal dahin. Seit unserem letzten Besuch (klick hier) - noch unter den Vorgängern - hat sich viel getan und um es gleich vorweg zu nehmen - wir haben uns sehr wohl gefühlt und werden sicherlich bald mal wieder im Tre Terre vorbeischauen.



Auch wenn das Wetter im Tessin nicht gerade das beste ist, haben wir heute Mittag Glück und können draussen im schönen gepflegten Garten sitzen.

Als Vorspeise - eeendlich - lange herbeigesehnt - entdecken wir Nüsslisalat, d.h. den ersten Feldsalat der Saison, klassisch mit Speck, Ei und Croutons serviert, ja, genau das muss es sein - für den Signore mit - für die Signora ohne Speck:


Anschliessend lasse ich mich verführen von dem Angebot an schwarzen Trüffeln... obwohl Steinpilzsaison im Tessin ist... aber schwarze Trüffel siegen. Leider vergass ich, VOR der Bestellung nach der Herkunft zu fragen. Sie kamen - aus preislichen Erwägungen noch nicht aus dem Piemont, sondern aus Norcia und haben mich nicht begeistert. Mir wäre eine kleinere Menge hochwertiger schwarzer piemonteser Trüffel lieber gewesen - gerne hätte ich da auch etwas tiefer ins Portemonnaie gegriffen - kleiner Tipp an den ansonsten wunderbaren Service: Den Gast vielleicht bei der Bestellung auf die Herkunft der Trüffel aufmerksam machen...



Für den Signore eine bei Niedertemperatur gegarte, entbeinte Kaninchenkeule, perfekt in Geschmack und Konsistenz

und anschliessend ein Schokoladeneis, das auf seiner vielgerühmten "GSS" glatte 9,5 Punkte erreicht (Erklärung für "GSS" gibt es klick hier (bis zum Ende des Posts durchhalten, da folgen dann die schokoladigen Details)).


Wir haben dazu eine Roero Arneis 2016 getrunken, ein bischen flach, daher wird beim nächsten Besuch doch wieder ein Tessiner Gewächs ausgewählt werden.

Ein besonderes Dankeschön an die freundlich kompetente Dame im Service - aber ich muss da ja sowieso wieder hin und dann frage ich nach dem Namen....





Donnerstag, 24. August 2017

Osteria Paradiso

Osteria Paradiso, Via Valle Verzasca 22, 6632 Vogorno / Berzona
Saison Feriendorf 2017: 1. April – 31. Oktober
Saison Feriendorf 2018: 24. März – 27. Oktober
Öffnungszeit Osteria:  10:00 – 23:00 Uhr, Ruhetag am Mittwoch

Tel. 091 745 10 81




Die Osteria Paradiso liegt am Anfang des Verzascatals nur etwa 500 Meter hinter der berühmten Staumauer, von der auch schon Pierce Brosnan (bzw. sein Stunt) als James Bond in "Golden Eye"hinuntergesprungen ist. Auf der wunderschönen Terrasse mit Blick auf den Stausee kann man sich mit typisch Tessiner Gerichten verwöhnen lassen.

Das ganze Terrain ist wie ein kleines Dorf angelegt - die Rustici sind liebevoll eingerichtet und werden für einen herrlichen Ferienaufenthalt vermietet.


DAS IST DIE WEINKARTE!
Für den Signore gibt es als Auftakt Vitello Tonnato - seeehr gut!



und als Hauptgericht Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini



bzw. für mich eine geräucherte Forelle, die warm auf einem Salatbett serviert wird - köstlich! 




Danach passt für mich noch ein Stück Alpkäse




und für Gerhard ein sehr gutes Schokoladeneis (GSS: 8)

Fazit: Nomen est omen: ein paradiesisches Ambiente, Wohlfühlatmosphäre, netter freundlicher Service, feines Essen und Weine - ich muss da bald wieder hin!

Samstag, 29. Juli 2017

Osteria 80fame, Golino

Osteria 80fame, 6656 Golino
Tel. 091 780 04 05 oder mobil 079 400 75 90
geöffnet: Dienstag bis Freitag, aber nur abends
Samstag und Sonntag mittags und abends geöffnet

Diese Osteria ist mal wieder eine Neuentdeckung ganz nach meinem Herzen. Da stimmt alles: die Atmosphäre, das Ambiente, und selbstverständlich auch die Küche.



Wir haben für Samstagmittag reserviert - es ist ruhig, denn hier läuft eindeutig der Betrieb für die 'Abendesser'. Umso besser für uns, denn so haben Antonio und seine Frau Zeit, sich um uns zu kümmern - und das tun sie ausgiebig.




Für den Signore - wie könnte es anders sein, wann immer es auf der Karte steht (das ist fast ein Zwang wie das Cordon Bleu): Vitello Tonnato, hier sehr schön interpretiert, wenn auch das Kalbfleisch von ihm/uns bevorzugt wird, wenn es ein wenig mehr von Sauce umgeben ist, weil es dann weniger trocken auf dem Teller präsentiert wird.

Als Antipasto für mich: Parmigiana, köstliche, zart schmelzende Auberginen, umhüllt von Blätterteig auf einer Parmesan-Creme





Beim Hauptgericht serviert man dem Signore Ossobuco, auf besonderen Wunsch  mit Pasta.



Die Weine stammen überwiegend aus Italien, wobei auch mit Tessiner Winzern zusammengearbeitet wird. Wir haben uns ein wenig durch das Weiss-Wein-Angebot getrunken, Antonio bringt uns diverse Flaschen an den Tisch, so lange, bis wir "unseren" Wein gefunden haben: Asnas von Pier Paolo Grasso aus den Langhe, wunderbar harmonisch komponiert aus Trauben von Arneis, Incrocio Manzoni und Riesling (nun weiss ich auch, warum dieser Weisswein mein Favorit ist: Ich lieeebe Weine aus dem Piemont, insbesondere, wenn es sich um Arneis handelt).


Es geht weiter mit dem Hauptgang für mich:
gegrillte Fische und Meeresfrüchte, auf Zucchetticreme und Kartoffelwürfeln.



Zum Abschluss ein Dessert für Gerhard:


Apfeltörtchen (ich glaube à la Tarte Tatin - mehr weiss ich dazu leider nicht, ich vergaß zu fragen)

Fazit: Aber das habt ihr ja sowieso schon geahnt: Ich muss da gaaanz schnell wieder hin! Für mich die Neuentdeckung des Jahres! Da stimmt mal wieder alles - Ambiente, Küche und das ganz besondere i-Tüpfelchen die Herzlichkeit der Inhaber - Mille Grazie 

Samstag, 8. Juli 2017

Geniessen wir die Sommerhitze - auf ins Grotto!

Grotto Pedemonte, Via Cantonale 47, 6653 Verscio
Tel. 091 796 18 18, Ruhetag: Mittwoch



Bei hochsommerlichen Temperaturen gibt es hier im Tessin keinen schöneren Platz als in den Tälern in einem schattigen Grotto zu sitzen. Hier lässt es sich angenehm unter der mit Wein dicht bewachsenen Pergola der Hitze entfliehen. Ein perfekter Platz hierfür ist das Grotto Pedemonte, in dem wir uns bereits bei unserem letzten Besuch im Juni sooo wohl gefühlt haben.




Die angenehm klein gehaltene Speisekarte lässt darauf schliessen, dass hier alles frisch gekocht wird. Dies bestätigt uns auch später die sympathische Catia Rossoni, die das Grotto seit letztem Jahr führt. Stolz erzählt sie uns, dass die Salate und Gemüse von einer Frau aus dem Dorf kommen und dass sie so frisch verarbeitet werden, dass sie bis sie auf den Tisch kommen, noch keinen Kühlschrank von innen gesehen haben. Man merkt es - Tomaten, die bereits jetzt ein wunderbares, intensives Aroma haben und Cicorietta-Salat, der sich noch seine leicht bittere Note bewahrt hat.

DAS Gericht für heisse Sommertage - Melone mit Schinken - steht als Tagesempfehlung auf der Schiefertafel am Haus angeschrieben und genau das wählt der Signore auch aus:




Ich darf probieren und bin begeistert vom Schinken, sooo wunderbar würzig, aromatisch und gleichzeitig zart. Catia erzählt uns, dass sie ihn direkt von einem Produzenten aus dem Sottoceneri beziehe und erklärt sich doch tatsächlich bereit, uns ein Stück davon zu verkaufen. Herrlich! Beute gemacht! Da lacht mein Foodie-Herz mal wieder!

Auch das Vitello Tonnato wird als Tagesempfehlung angeboten und muss ebenso von uns probiert - und für gut befunden werden:



Als Pasta werden heute hausgemachte Tagliolini mit einem Pesto aus Zucchini und Basilikum mit geschmorten kleinen Tomaten angeboten - köstlich!



Es versteht sich von selbst, dass in einem Grotto, das so viel Wert auf Regionalität legt, auch die Weine "aus dem Dorf" stammen. Man empfiehlt uns einen Rosato der Cantina Hefti aus Verscio.

Zum Abschluss bekommen wir noch ein Grappa-Sorbet mit eingelegten Trauben (mit 2 Löffeln!) kredenzt (Foto unbrauchbar, der Signore war mal wieder schneller mit seinem Löffel)

Wir waren rundum zufrieden und glücklich und werden von Catia Rossoni mit ihrem herzlichen Lächeln verabschiedet.



Einen Bericht über das Grotto Pedemonte und viele weitere Tessin-Empfehlungen gibt es auch hier (klick) zu entdecken.

Freitag, 7. Juli 2017

Pasta - pasta - basta!

Pasta con Proscuito Nostrano e melone


Im aktuellen Sonderheft der Essen &Trinken "Das grosse Pastaglück" 2/2017 hat der Signore diese köstliche Sommerpasta entdeckt. Zur Belohnung für diese Entdeckung durfte er sich gleich ans Werk machen. Im Original-Rezept ist Serrano-Schinken vorgesehen, doch hier im Tessin nehmen wir natürlich den Nostrano Schinken, der Serrano und Parma-Schinken absolut ebenbürtig ist. Ausserdem habe ich die angegebene Menge an Minze deutlich reduziert, da Gerhard diese nicht so gerne mag.

Diese Verbindung aus Chili-Schärfe und Süsse von Melone mit dem frischen Geschmack, den Minze reinbringt, ist ein absolut hochsommertaugliches Pastagericht, das es bei uns sicherlich so noch häufiger geben wird, weil es uns begeistert hat. Also: Unbedingte Nachkoch-Empfehlung!



ich nehme (für 4 Personen):
  • 20 g Pinienkerne (ich: Macadamia-Nüsse gehackt)
  • 500 g Spaghetti
  • Salz
  • 1/2 reife Honigmelone (ich: Galia)
  • 1 Zucchino
  • 1 rote Peperoni
  • 125 g Serrano- (Parma-, Nostrano- etc...) Schinken
  • 8 Zweige Minze (ich: 2 Zweige)
  • 2 - 3 EL Aceto Balsamico Bianco
  • 4 EL Olivenöl
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer


und los gehts:

Pinienkerne in einer Pfanne fettfrei unter ständigem Wenden goldbraun anrösten. Auf einen Teller geben und abkühlen lassen. Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser al dente garen.

In der Zwischenzeit die Melone vierteln, entkernen, schälen und fein würfeln.

Zucchini mit dem Spiralschneider in dünne, spaghettiähnliche Spiralen schneiden, Chili (wer mag) entkernen und in feine Streifen schneiden und Schinken in kleine Stücke zerzupfen. Minzblättchen grob hacken.

Pasta in einem Sieb abgiessen, noch ziemlich feucht wieder zurück in den Topf geben. Essig und Olivenöl mit etwas Salz und Pfeffer verquirlen. Die Spaghetti damit vermischen, dann die Zucchini-Spiralen untermengen sowie die übrigen vorbereiteten Zutaten; erst am Schluss mit den Minzstreifen bestreuen. Auf Teller verteilen, den Schinken darüber geben und servieren.

Sonntag, 4. Juni 2017

Trattoria di Bassano - Vincenzo, ein Koch mit Herz und Leidenschaft

Trattoria di Bassano, Tronzano

Trattoria di Bassano, Via E. Compà, Tronzano-Bassano, Tel. 0039 333 38.99.603
Ruhetag: Montag




Ich will ja nun nicht theatralisch in meiner Begeisterung für diese einzigartige Trattoria und diese ganz besonderen Menschen dort werden, aber da kocht sich im hintersten Zipfel und doch nur ein paar Minuten vom Lago Maggiore entfernt, Vincenzeno ja schon beinahe die Seele aus dem Leib. Diesen Mann muss man einfach lieben - und seine Küche sowieso. Maria Rosa, seine Frau, steht ihm ruhig und unauffällig zur Seite, meistens im Service, häufig muss sie ihm aber auch schon mal in der Küche assistieren, dann hilft eines der schon beinahe erwachsenen Kinder im Service mit.

Schöner als ich es mit Worten beschreiben kann, hat dies Stefano in seinem Video gezeigt:




Es ist Pfingsten, Sonntag-Mittag. Die bekannten Restaurants rund um den See sind voll besetzt und ausgebucht. Warum verirrt sich niemand in dieses so idyllisch gelegene kleine Dorf? Für uns ist das beinahe wie Nach-Hause-Kommen. Dies ist einer dieser Genussplätze, an die ich immer wieder gerne zurückkehre. Ein Ort, den man am liebsten für sich behalten möchte. Warum erzähle ich euch trotzdem immer und immer wieder davon? Weil diese ganz besonderen Menschen alle Aufmerksamkeit verdient haben und weil ein Auskommen in diesem abgelegenen Dorf nicht immer leicht ist.

Wir haben reserviert - das muss auch sein, denn dann kann man am besten gleich mit ihm das Menu besprechen. Für seine göttlichen Pasta mit Muscheln und/oder Meeresfrüchten muss man ohnehin mindestens einen Tag vorher anrufen, für gegrillte Fische und Meeresfrüchte sowieso, denn die werden am jeweiligen Tag frisch eingekauft und nicht aus dem Tiefkühler geangelt!




Mit 6 Personen am Tisch kann man ein bisschen rumprobieren, seine grandiose Pasta mit dem stundenlang vor sich hin köchelnden würzigen Wildschweinragout oder seine Tagliatelle mit den frischen Steinpilzen aus den Wäldern um Bassano (die zu dieser Jahreszeit noch aus dem Kälteschlaf kommen), in einer cremigen Sauce serviert.

Vincenzo kommt immer wieder an den Tisch und erkundigt sich, ob alles zu unserer Zufriedenheit ist und zieht sich erst zurück, wenn alle am Tisch mit vollen Backen kauend zustimmend nicken. 

Er serviert die Hauptgerichte, Rinderfilet bzw. Kalbskotelette, mit gegrillten Gemüsen und seinen köstlichen, natürlich selbstgemachten Pommes frites:






Auch die Desserts, die von Maria Rosa und ihrer Tochter frisch zubereitete Kuchenspezialität aus Vincenzos Heimat "La Pasteira Napoletana" mit gekochten Weizenkörnern, Ricotta und kandierten Früchten




bzw. die Crostata di Pere e Cioccolato



finden begeisterte Anhänger bei uns am Tisch. 

Man sagt, dass die Pasteira Napoletana jedem ein glückliches Lächeln entlocken kann - dazu brauche ich nicht bis zum Dessert zu warten, sondern nur die wenigen Stufen zur Trattoria hochzukommen und Maria-Rosa und Vincenzo auf mich zukommen zu sehen...


Wiederbesucht: Grotto Pedemonte und das teuflische Huhn

Grotto Pedemonte, Via Cantonale 47, 6653 Verscio
Tel. 091 796 18 18, Ruhetag: Mittwoch

Im vergangenen Jahr fand in dem von uns früher häufig besuchten Grotto in Verscio ein Besitzerwechsel statt. Dies war nun unser erster Besuch seitdem. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Pedemonte ist und bleibt eines unserer bevorzugten Grotti in dieser Region, weil es sich sooo traumhaft schön im schattigen Garten sitzen lässt.



Auch die neuen Inhaber sind sehr sympathisch und aufmerksam. An der Speisekarte wurde glücklicherweise nicht viel verändert - es gibt die für ein Grotto üblichen einfachen Gerichte. Ein wenig vermisse ich die Gemüse-Lasagne, die ich sonst immer gerne hier gegessen habe. Dafür tröste ich mich mit dem heute als Tagesgericht angebotenen 'Pollo alla diavola' - knuspriges Huhn, das vorm Braten u.a. mit Chili gewürzt wird und wohl daher seinen 'teuflischen Namen' hat? 

Als Vorspeise für mich die Tagesempfehlung: Zucchini-Carpaccio mit Tessiner Ziegenfrischkäse:



(würde ich hier immer wieder essen).

Dann kommt das teuflische Huhn mit knusprigen Rosmarin-Kartoffeln:



und den Abschluss bilden Espresso mit Grappa für die Signora und Traubensorbet mit in Grappa in eingelegten Trauben für den Signore:



Wir haben dazu Chiar di Luna von Delea getrunken, einen reinsortigen, weiss ausgebauten Merlot. Das war der erste weisse Merlot, den ich vor vielen, vielen Jahren, als ich zum ersten Mal im Tessin war, getrunken habe. Wie könnte ich auch einen solchen Namen vergessen? "Chiar di Luna" - das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.